Forschungsprojekt: Die virtuelle zweite Generation

Methoden

Stand: Januar 2005

Auf der Grundlage der theoretischen Auseinandersetzung mit Ethnographien des Internets, insbesondere mit Miller & Slater (2000), wurde eine grundsätzliche Neukonzeption des methodischen Vorgehens notwendig. Inhaltsanalysen und Online-Befragungen von virtuellen Räumen gibt es bereits viele, die Methoden hierfür bestehen. Methodisch herausfordernder ist es, die immer mehr geforderte Verbindung zwischen virtueller und physischer Welt ethnographisch zu analysieren. Daher wurde im Forschungsprojekt der Schwerpunkt von der passiven Beobachtung und Analyse der Inhalte des Internetportals und insbesondere der interaktiven Elemente weg zu einem Schwerpunkt auf narrative Interviews mit den Menschen rund um www.theinder.net sowie auf aktive teilnehmende Beobachtung gelegt. Auf der Basis der vorbereitenden Inhaltsanalyse der ersten drei Jahre von www.theinder.net sowie der Kenntnis über die Aktivitäten der zweiten Generation in anderen virtuellen und physischen Räumen wurden über 50 narrative Interviews mit aktuellen und ehemaligen RedakteurInnen, aktiven und passiven NutzerInnen, Nicht-NutzerInnen, GestalterInnen anderer Räume der zweiten Generation sowie wie mit BeobachterInnen aus Medien, der ersten Generation und Wissenschaft geführt. Die Breite der Befragten eröffnet ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Internetplattform sowohl von außen wie von innen, sowohl von den verschiedenen Engagierten wie den Nicht-Interessierten. Die Interviews ermöglichen zudem einen Einblick in das was online nicht zu beobachten, wie die Motivationen, die redaktionelle Arbeit, die Eindrücke der Lurker, etc. Dies ermöglicht jetzt eine andere Grundlage für die Inhaltsanalyse und auch die teilnehmende Beobachtung. Sie wird mittlerweile aktiver als anfangs geplant durchgeführt. Die Projektmitarbeiterin und zum Teil auch die wissenschaftlichen Hilfskräfte beteiligen sich an oder initiieren Diskussionen in den Foren, chatten mit anderen NutzerInnen, schreiben Artikel und stehen als AnsprechpartnerInnen für die Redaktion zur Verfügung. Die Reaktionen auf diese aktiven Eingriffe werden dabei analysiert. Nachdem die Phase der Interviews nun weitgehend abgeschlossen ist liegt der Schwerpunkt der Feldforschung auf der Beobachtung von Praktiken sowohl on- wie auch offline.

Siehe auch Schlussbericht 2006.

Urmila Goel, www.urmila.de 2006